Hannelore Demel Lerchster

 

      konkav-konvex

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

   

 

Corpus

Das einfallende Licht erzeugt diffuse Reflexionen auf der Aluminiumoberfläche. Ein Körper - konvex gewölbt, die Arme ausgebreitet, das Haupt zur Brust gesenkt, die Beine kraftlos nach unten hängend - löst sich aus deren Oberfläche: Der Corpus Christi. Auf der Rückseite der schwenkbaren Aluminiumplatte erscheint er als konkave Vertiefung.
Aufgrund der Tatsache, dass unser Sehen kein passives Abbild der Außenwelt darstellt, sondern es sich dabei vielmehr um einen aktiv gestalteten Prozess handelt, ist jedoch jede optische Wahrnehmung nur so lange existent, bis sich durch das Zusammentreffen anderer gespeicherten Sinneserfahrungen die Grenzen bisweilen verschieben oder gar auflösen.

Wie real ist also die Wirklichkeit? Die Künstlerin Hannelore Deml-Lerchster beschäftigt sich in ihren Arbeiten schon seit längerem mit jenem Phänomen der Wahrnehmung. In ihrer Darstellung des Corpus Christi erscheint für den Betrachter infolgedessen Konkaves mitunter konvex und umgekehrt. Aus dem Dualismus entspringt hier eine Synode und wird so zum Symbol für die Realität und den Glauben, für den Tod Christi und die Auferstehung. Sie wird zum Symbol für Himmel und Erde, Geist und Materie, Seele und Leib.

Text: Lydia Altmann- Höfler   

 

Pfarre Friedhof-Antiesenhofen, 2013

 

hannelore.demel@gmx.at